Aufgrund des stark steigenden Verkehrsaufkommens und des schlechten baulichen Zustand der Lahntalbrücke bei Limbrug war es erforderlich die alte Talbrücke durch einen modernen Neubau zu ersetzen. Die alte Spannbetonbrücke im Zuge der A3 war insgesamt 397 m lang. Außerdem war sie sehr ortsnah gelegen und hatte eine maximale Höhe von 57 m. Im Auftrag für die "DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und- bau GmbH" arbeiteten wir uns gemeinsam mit anderen Subunternehmer-Abbruchfirmen und einem bestimmten Konzept Stück für Stück vor um die alte Lahntalbrücke verschwinden zu lassen.
Ebenso wie die neue Lahntalbrücke bestand die alte Spannbetonbrücke aus zwei Überbauten, die östlich von Limburg die Lahn mit der parallel laufenden Lahntalbahn und der Landesstraße L3020 überspannten. Die Überbauten, die aus zwei einzelligen Hohlkästen im Achsbestand von 14,60 Metern bestanden, waren je 15,00 Meter breit und in Längs- und Querrichtung vorgespannt, bei einer konstanten Bauhöhe von 4,00 Metern. Die Stützweiten der siebenfeldrigen Brücke betrugen 46,00, 53,00, 59,00, 68,00, 57,00, und 50,50 Meter.
Um Eingriffe und Transporte im überbrückten Tal zu minimieren kam ein Vorschubgerüst mit großer Tragfähigkeit zum Einsatz, welches den Dreh- und Angelpunkt des Rückbaus bildete. So mussten nur noch geringe Arbeiten vom Tal aus erledigt werden, wozu dann der CAT DEM 70 Hydraulik Kettenbagger mit Longfront- Ausrüstung zum Einsatz kam.
Das Vorschubgerüst hatte dabei die Aufgaben den alten Überbau gezielt zu unterstützen und das Abbruchgut aufzufangen. Dabei erfolgte der Rückbau der Brücke feldweise. Sobald ein Feld abgebrochen war, wurde die Rüstung hydraulisch in das nächste Feld verschoben. Hierbei wurde die alte Brücke in Aufbaurichtung und nicht - wie herkömmlich - entgegen der Aufbaurichtung feldweise abgebrochen; eine Vorgehensweise, wie sie weltweit zum ersten mal umgesetzt wurde.
Während des Rückbaus wurden Gerüste als Last- und Hilfskonstruktion um die Brückenpfeiler gesetzt, danach schweres Baugerät, ausgerüstet mit Abbruchzangen und Hydraulikhämmern, auf dem Vorschubgerüst positioniert.
Insgesamt rund 11.000 Kubikmeter Betonabbruch für den Überbau sowie rund 12.500 Kubikmeter Betonabbruch für Pfeiler, Widerlager und Hilfsstützen entstanden bei diesem Projekt.
Im Herbst 2017 wurden die Bauarbeiten abgeschlossen, nachdem die 6 Pfeiler der alten Lahntalbrücke gesprengt wurden.
